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Seit einer Woche nun schon leide ich unter moderatem Fieber und meinen Nachbarn.
Das hat zur Folge, da? sich meine Wahrnehmung leicht verschoben hat. Vielleicht ist das aber auch auf eine durchschnittliche Paracetamoldosis von 1500 mg pro Tag und dem Genu? einer f?nf Tage alten Paella zur?ckzuf?hren, ich bin mir da noch nicht so ganz sicher.
Folgende Erfahrungen habe ich in den letzten Tagen gemacht:

Anf?nglich als Krach wahrgenommene Ger?usche werden erst zu einem kontinuierlichen Brummen und dann zu ertr?glichem Hintergrundrauschen, so normal wie Wind, der ?bers Dacht pfeift.

Tag und Nacht unterscheiden sich nicht wirklich voneinander, es ist am Tag eben nur ein wenig heller und w?rmer.

Statt teurer Schnupft?cher tut es auch 4-lagiges Klopapier - doch Obacht : nicht parf?miert ist vorzuziehen !

Ein Feind oder Arschloch ist es meist nur solange, bis man ihn kennengelernt hat (siehe auch Nachbarn). Danach geht er einem zwar immer noch auf den Nerv, allerdings schw?cht leichte Zuneigung und vielleicht sogar Verst?ndnis leicht die Hassgef?hle.

Nachbarn: Sind nicht grunds?tzlich schlecht, manche sogar im Gegenteil wirkliche Gutmenschen. Dennoch lebte ich lieber ohne Nachbarn und ich denke meine Nachbarn w?rden sich dem widerspruchslos anschlie?en.

Ferner war ich heute einkaufen, da meine Vorr?te an billigem Mineralwasser schon gestern aufgebraucht waren, so da? ich stark gechlortes Kranwasser saufen mu?te.
Und heute war so ein Tag - so ein ganz besonderer.
Es gibt empirische Wahrscheinlichkeiten, z.B. da? eine von 10 Frauen im Alter von 18-25 Jahren gut aussieht (ab etwa 25 sinkt die Wahrscheinlichkeit exponentiell zum Alter)
Und doch gibt es Tage, an denen man unter hunderten nicht eine sieht und so statistisch gesehen an irgendeinen Tag alle die fehlenden Prinzessinnen auf einmal auftauchen m??ten - und dieser Tag war heute !
An der Fleischtheke den Kopf im K?hlregal eine schwarz?ugige Sch?nheit im eleganten Mantel. Sp?ter bei den Spirituosen ein Traum von einer Frau, ein musulmanisches Verm?chtnis aus dem
Harem von Sultan Saladin II pers?nlich, und vom Klopapier garnicht zu sprechen ! ihr h?bscher Kennerblick auf 6 lagigem Zewa - wie gerne w?re ich heute ein wenig sp?ter in der Rolle der Klorolle !

An der Kasse, einer 15-kassigen-Zahlphalanx mit wild scannenden Kassiererinnen und lauter Kundinnen, ein Anblick wie aus dem Neckermannkatalog: Eine h?bscher als die andere.


Das war also der Tag, der der Statistik recht gibt !






28.12.04 18:04


Ode an eine h?bsche Ungarin

Da stand sie nun in Wei? und Kittel
Verlegen schlich ich mich vorbei
Wu?t kein andres propiates Mittel
Dacht? es so das Beste sei

Wenig sp?ter in der Kantine
Von Mut beseelt l?chle sie an
Doch sie verzieht nicht eine Miene
Wei? nicht was ich noch tun kann

Chor der Leichen:

Oh deutscher Student
Denk nicht an Liebe
Teil unser Los
Und vergi? deine Triebe!

Seh sie dann zum Mahle gehen
Kann hier nicht l?nger bleiben
Noch viel l?nger herumzustehn
Verspricht mir allzu gro?es Leiden

Nun hoch die Stufen und zum Gekr?se
Best?ckt mit Latex und Pinzette
Auf da? sich meine Spannung l?se
Nicht mehr denk an die Br?nette

Chor der Viren:

Oh deutscher Student
Schau nicht auf Frauen
Zur n?chsten Klausur
Dich erwartet das Grauen!

Das Herz mir krampft die H?nde nass
Doch z?gig geh ich zum Kadaver
Nun endlich von dem Tr?umen lass
Und ruhig h?r der Dozentin Palaver



26.11.04 17:16


Mit dem nun heute endlich begonnenem Studium der Humanmedizin in P?cs, Ungarn, m?chte ich an dieser Stelle gelegentlich ?ber meinen Aufenthalt hier schreiben.

Zun?chst einige einleitende Worte.
Wie wohl alle insgesamt 100 Studenten im deutschsprachigen Studiengang und 120 im englischsprachigen fiel die Entscheidung f?r Ungarn erst nach langem Z?gern und reiflicher ?berlegung oder auch aus schierer Verzweiflung heraus in der Heimat nicht Medizin studieren zu k?nnen. F?nftausend Euro pro Semester sind keine Kleinigkeit und ein hoher Preis f?r ein ?schlechtes? Abi. Mit einem NC von 1,7 in NRW dieses Jahr gibt es auch einige Einserkandidaten, das Gros liegt jedoch zwischen 2,0 und 2,7.

Nach Budapest und Szeged bietet nun auch P?cs den Studiengang auf Deutsch an, auf Englisch gibt es ihn schon seit 20 Jahren.

P?cs, gelegen im ?u?ersten S?den Ungarns, im Norden eingegrenzt durch das Mecsek Gebirge, nach S?den hin flach, ist Provinzhauptstadt und Universit?tsstadt.
Das Zentrum ist wundersch?n, hat ein etwas mediterran anmutendes Ambiente mit Stra?encaf?s und Restaurants und auch den etwas morbiden Charme eines l?ngst nicht mehr existierenden ?sterreich-Ungarn. Die Innenstadt ist noch teilweise von einer kleinen, sandfarbenen Stadtmauer umgeben.
Es wird eifrig renoviert doch die meisten eleganten und auch bunten Geb?uden sind von der Zeit gezeichnet. Innerhalb dieser mauern spielt sich im allgemeinen das sch?ne Leben ab ? Kaffee trinken, im Park lieben oder im Biergarten unter Kastanien ein Bier schl?rfen. Auch abends ist meist viel los, besonders auf der Hauptstra?e der Fu?g?ngerzone, Kiraly utca.
Studenten pr?gen das Stadtbild ? ?berall junge Menschen und viele h?bsche Frauen.
Au?erhalb der Stadtmauern bietet sich ein anderes Bild: meist Plattenbauten und eine etwas zersiedelte Umgebung. Hektischer Stra?enverkehr und Motorgeheule der Autos, die in hohen Drehzahlen die H?gel hinaufsausen. Es gibt allerdings besonders in Hanglage auch sehr Wohngegenden.

Die medizinische Fakult?t ist ein Zweckbau aus den 60er Jahren, der gerade renoviert wird. Viele Geb?ude sind noch ?lter und das Mobiliar stammt meist auch noch aus anderen Zeiten.
Die H?rs?le sind jedoch modern und recht angenehm und 100 Studenten nehmen hier problemlos Platz.

Heute begann also das Semester f?r unsere 15 k?pfige Gruppe mit einem Seminar in Biophysik.
Im alten Geb?ude, wohl noch aus der Monarchie, jedoch im Unterrichtsraum mit einem Computer f?r jeweils 3 Personen sowie Beamer.
Die junge Dozentin sprach gut Deutsch und hat alles sehr gut erkl?rt. Wie Schule nur auf h?herem Niveau.
Danach 2 Stunden Ungarisch in einem kleinen stickigen Raum mit einer sehr motivierten und netten Dozentin. Dennoch ein Graus, denn diese Sprache ist furchtbar schwer.

Nach einer kurzen Pause in der dunklen und kleinen Kantine und einem Toastbrot mit Erdnussbutter, bei dessen Verzehr meine Kommilitonen leichten Ekel vor mir bekamen (es sah aus wie Erbrochenes) ging es Richtung H?rsaal.

Die folgende Anatomie-Vorlesung wurde von einem Professor Bel? Mess gehalten, einem 81 j?hrigen Endokrinologen. Im H?rsaal war es totenstill, denn der Mann versagt sich beinahe jede Technologie und somit verzichtet er auch auf ein Mikrophon. Auch einen Laserpointer wollte er nicht zur Folienerkl?rung verwenden und bevorzugte lieber einen Bleistift, den er mit manchmal recht zittriger Hand ?ber die einzelnen Bilder f?hrte, was manchmal etwas verwirrend war.
Die Vorlesung war jedoch sehr gut, klassisch gehalten und mit guter Rhetorik trotz einiger Schw?chen mit dem Deutschen. Die profunden Begriffserkl?rungen und die Sicherheit des Vortrags gestalteten eine sehr angenehme Vorlesung.

Das konnte man dann von der darauf folgenden Bio-Vorlesung nicht mehr sagen. Die Dozentin sprach schlecht Deutsch, der Vortrag war sehr stockend und man h?tte sie besser Englisch sprechen lassen sollen. Ich hoffe auf ein gutes Ende, aber f?rchte die Vorlesung wird auch in Zukunft den Besuch nicht lohnen.









13.9.04 22:46


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